1. Berliner CSR-Camp

Letzte Woche haben wir am 1. Berliner CSR Camp teilgenommen. Und es hat viel Spaß gemacht. Wir haben neue und alte Bekannte getroffen. Wir haben mit allen Teilnehmern, es waren fast 100, erfahren, dass eine Konferenz und ein reger Gedankenaustausch auch immer etwas mit dem Format einer Veranstaltung zu tun haben. Ein sogenanntes Bar Camp ist eine hervorragende Alternative zu den üblichen frontal veranstalteten Konferenzen zum Thema CSR.

Zu vielen interessanten Themen haben Profis aus der Szene interaktive Workshops abgehalten: „CSR und die Kaufentscheidung der Konsumenten“ als Ableitung der klassischen Sinus-Milieus, wie Social Media die CSR-Kommunikation unterstützen kann, wie es nachhaltige Produkte und Dienstleistungen in das Relevanz-Set der Konsumenten schaffen und viele weitere spannende Themen mehr standen auf der Session-Agenda. Natürlich ging es auch um „handfeste“ Dinge, wie beispielsweise die richtige Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI.

Foto: Andreas Schebesta / csrcamp.de
Foto: Andreas Schebesta / csrcamp.de


Für die zahlreich anwesenden Fachleute aus dem Event-Bereich haben wir eine eigene Session angeboten. Es ging um Zertifikate (wie beispielsweise Green Globe, EMAS oder DIN 20121) und wie diese im Arbeitsalltag genutzt werden. Nach spannenden 55 Minuten haben sich die folgenden Thesen und Handlungsansätze herauskristallisiert:

  • Für die Event-Branche existieren zu viele Zertifikate. Der Markt ist unübersichtlich.
  • Zertifikate stehen nicht unbedingt für die Qualität der zu erbringenden Dienstleistungen. Sie sind nicht verlässlich.
  • Die Nachfrage der Unternehmen nach nachhaltigen Veranstaltungen ist gering. Geschätzte 5% der Unternehmen befassen sich im Veranstaltungsmarkt mit der Thematik.
  • Es muss eine breitere Kommunikationsbasis über die Wirkung von nachhaltigen Veranstaltungen geschaffen werden. Nur so kann eine größere Nachfrage und Bekanntheit erreicht werden.
  1. Deshalb müssen die Anbieter nachhaltige Veranstaltungen nicht parallel zu sogenannten „normalen“ Veranstaltungen anbieten, sondern nachhaltige Handlungen und Angebote wie selbstverständlich in ihr Tagesgeschäft einbinden.
  2. Dazu müssen die Anbieter proaktiv ein systematisches Vorgehen, ein System, entwickeln, das Nachhaltigkeitsaspekte selbstverständlich und nahtlos in die Organisation von Veranstaltungen einbindet.
  3. Dazu gehört unter anderem ein Supply-Chain-Management, das die Kunden aktiv einbindet. Eine Beratung in beide Richtungen ist anzustreben: Was kann der Kunde mit nachhaltigen Veranstaltungen erreichen? Wie können Dienstleister auf das Thema nachhaltiges Handeln eingeschworen werden? Das Gleiche gilt für eine Überwachung in beide Richtungen: Was leistet mein Kunde bereits im Bereich Nachhaltigkeit und wie kann die Veranstaltungsdienstleistung andocken? Was tun die Dienstleister im Bereich Nachhaltigkeit und erfüllen sie die Vorgaben?
  4. Wünschenswert wäre die Eingliederung von Nachhaltigkeitsaspekten in bestehende Zertifizierungen im Veranstaltungsbereich. Dies trifft beispielsweise auch auf die Sterne-Hotelklassifizierungen zu. Dies erfordert eine weitergehende Überprüfung bestehender Zertifikate auf deren Integrationsfähigkeit sowie eine aktive Verbandsarbeit.

Für die kurze Zeit unseres Bar Camp Workshops sind das interessante Ansätze zum Weiterdiskutieren. Wir hoffen, dass wir auf der greenmeetings und events Konferenz am 09. und 10. Februar in Frankfurt dazu Zeit und Sparrings-Partner finden. Wer ebenfalls plant vor Ort zu sein, darf gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Wir freuen uns auf interessante Gespräche.

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